Renovierung der Abteikirche

Im Jahr 1967 wurde ein Kuratorium zur Renovierung der Abteikirche gegründet und der jeweilige Regierungspräsident von Rheinhessen-Pfalz zum Vorsitzenden bestimmt. Wesentliches Ziel dieser Renovierungsmaßnahme, die 1969 außen  an der Kirche begann, war es, den ursprünglichen Zustand der Kirche weitestgehend  wiederherzustellen. Besonders zwei Faktoren waren nicht mehr urspünglich: Der Fußboden war bis zu 2,60 m aufgeschüttet und eine raumhohe Trennwand teilte das protestantische Langhaus vom katholischen Querhaus und Chor.

Nach langwierigen Verhandlungen  konnte 1976 mit der Innenrenovierung in den Seitenschiffen begonnen und 1979 die Trennwand entfernt werden. Bei der Tieferlegung  des Bodens konnten archäologische Funde gemacht und dokumentiert werden. Die Holzfunde und ihre Datierung ergaben neue Erkenntnisse zur Baugeschichte.

Bei der Renovierung  wurde die Kirche  zunächst außen sandgestrahlt, das Gebälk ausgebessert und das Dach neu eingedeckt. Im Jahr 1971  hat man den Dachreiter (Turm) auf der Vierung aufgesetzt. Es ist bereits der siebte  Dachreiter auf der Kirche und wie alle Vorgänger aus Holz. Die umliegenden Straßen wurden mit einer tieferliegenden Kanalisation versehen und gepflastert.

Ab 1976 hat man  die Kirche innen  abgestrahlt und fehlende oder schadhafte Steine ergänzt oder ersetzt. Alle Gewölbe wurde neu verputzt und getüncht. Die Fenster wurden nach mittelalterlichen Vorbildern anderer Zisterzienserklöster neu verglast.

Nachdem man den hohen Grundwasserspiegel in der Kirche durch  ein Drainagesystem absenken konnte, wurde ein neuer Sandsteinboden in ursprünglichem Niveau eingebaut. Eine Erdgasheizung und neue elektrische Installationen  ermöglichen eine zeitgemäße Nutzung der Kirche.

Mit dem Aufstellen des Altars in 1988 und der neuen Inneneinrichtung  war die Kirche wieder benutzbar und wurde im September 1991 feierlich wieder in Dienst gestellt.

Der Einbau der Goll-Orgel im Jahr 1999 beendete diese rund 30-jährige Renovierung.

 

Quelle: Historischer Verein/Museum Otterberg